16 March 2026, 16:36

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund bleibt alarmierend

Ein historisches Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund bleibt alarmierend

Weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen – doch der Mitgliederschwund bleibt dramatisch

Nach neuen Zahlen haben im vergangenen Jahr weniger Menschen in Nordrhein-Westfalen die katholische Kirche verlassen. Das Erzbistum Köln verzeichnete einen leichten Rückgang der Austritte, während gleichzeitig die Besucherzahlen bei Gottesdiensten und die Zahl der Erwachsenentaufen leicht stiegen. Doch Experten warnen: Der insgesamt starke Mitgliederschwund hält unvermindert an.

Im Jahr 2025 traten 84.440 Katholiken in Nordrhein-Westfalen formal aus der Kirche aus – nach 86.946 im Vorjahr. In der gesamten Region sanken die Kirchenaustritte aus beiden großen Konfessionen von 160.469 im Jahr 2024 auf 152.783 im Jahr 2025. Davon waren 83.440 Katholiken, rund 69.343 gehörten der evangelischen Kirche an.

Das Erzbistum Köln verzeichnete einen bescheidenen Anstieg der Sonntagsgottesdienstbesucher: von 90.694 im Jahr 2024 auf 94.638 im Jahr 2025. Im Durchschnitt nahmen etwa sechs Prozent der Diözese-Katholiken wöchentlich an Messen teil. Auch die Zahl der Erwachsenentaufen stieg von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025.

Trotz dieser positiven Entwicklungen schrumpfte die Gesamtzahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen weiter – von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die positiven Trends als oberflächlich und nannte die Zahlen "Schönfärberei". Der Mitgliederschwund bleibe "nach wie vor dramatisch".

Die aktuellen Daten zeigen zwar eine leichte Verlangsamung der Austrittswelle aus der katholischen Kirche sowie kleine Zuwächse bei Gottesdienstbesuchen und Taufen. Doch der übergeordnete Trend des Mitgliederrückgangs setzt sich fort. Das Erzbistum Köln und andere regionale Kirchen stehen weiterhin vor der Herausforderung, Gläubige zu halten.

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