20 March 2026, 16:32

Junge Menschen in NRW wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit dem Titel "Mangel an Bildung: Der bösartige Kreislauf" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift, die die Auswirkungen von schlechter Bildung zeigt.

Junge Menschen in NRW wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – was steckt dahinter?

Neuer Bericht zeigt wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie bei jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen

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Der Demokratiebericht 2025, veröffentlicht von der Landeszentrale für politische Bildung, offenbart eine besorgniserregende Entwicklung: Immer mehr junge Menschen in Nordrhein-Westfalen wenden sich von demokratischen Werten ab. Besonders stark ist der Rückgang bei den Unter-45-Jährigen, wobei die 19- bis 29-Jährigen die geringste Zustimmung aufweisen.

Die von der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Studie unterteilt die Bevölkerung in drei Gruppen: "überzeugte Demokraten", "fragile Demokraten" und "Demokratiegegner". Aktuell bezeichnen sich 44 Prozent als überzeugte Demokraten, während 42 Prozent – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte seit 2021 – zu den "fragilen Demokraten" zählen. Die übrigen 8 Prozent werden als Demokratiegegner eingestuft.

Undemokratische Ansichten verbreiten sich zusehends: Fast die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei", die den "Willen des Volkes" vertrete. Der Bericht warnt zudem vor zunehmender Frauenfeindlichkeit, Gewaltbereitschaft und Extremismus im Netz – besonders unter jungen Menschen. Bundesbildungsministerin Karin Prien zeigte sich besorgt über extremistische Botschaften, die Kinder und Jugendliche über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities erreichen.

Die klassische politische Bildung in Schulen kommt mit der Bekämpfung digitaler Radikalisierung kaum nach. Der Bericht betont die Dringlichkeit einer stärkeren demokratischen Bildung, um junge Menschen widerstandsfähiger gegen digitale Extremismuspropaganda zu machen und ihr kritisches Denken zu fördern. Nur noch die Hälfte der jungen Befragten gibt an, mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden zu sein.

Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Herausforderung hin: die Bewahrung demokratischer Werte bei den jüngeren Generationen. Schulen und Politiker stehen unter Druck, die politische Bildung an das digitale Zeitalter anzupassen. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Warnung des Berichts, könnten undemokratische Haltungen in Nordrhein-Westfalen weiter zunehmen.

Quelle