John Eliot Gardiner löst mit peinlichem Festival-Auftritt neue Kritik aus
Veronique HänelJohn Eliot Gardiner löst mit peinlichem Festival-Auftritt neue Kritik aus
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen eines Vorfalls beim Bach-Festival erneut in der Kritik. Der Zwischenfall hat die Debatte über sein früheres Verhalten und die Reaktion der Klassikbranche darauf neu entfacht. Beobachter fragen sich, ob der Sektor solche Vorfälle zu nachsichtig behandelt.
Der Vorfall ereignete sich während des Schlussapplauses des Festivals. Gardiner nahm eine Papierrolle und versuchte, sie einem Mitarbeiter unter das Hemd zu stecken. Später erklärte er, er sei von der Situation überrascht gewesen und habe die Rolle eigentlich hinter ihr Halskettchen legen wollen.
Die Mitarbeiterin wehrte sich zunächst gegen seine Handlung. Schließlich nahm sie die Rolle zurück und verteilte weitere Papiere an andere Musiker.
Es ist nicht das erste Mal, dass Gardiner wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik steht. In einem früheren Fall entschuldigte er sich dafür, einen Bassisten angeblich hinter der Bühne in Frankreich geohrfeigt zu haben. Seine Vorgeschichte solcher Zwischenfälle lässt manche vermuten, dass er seine Impulse mitunter nur schwer kontrollieren kann.
Nach dem jüngsten Eklat weigerte sich sein Monteverdi-Chor, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Daraufhin gründete Gardiner ein neues Ensemble, das Constellation Ensemble.
In einer Stellungnahme deutet Gardiner an, dass er sein Verhalten nicht für unangemessen hält. Der Vorfall spiegelt den gesellschaftlichen Wandel wider, was die Toleranz gegenüber solchem Verhalten betrifft. Die Klassikbranche steht weiterhin in der Kritik, wie sie mit solchen Fällen umgeht.
