Jeder sechste Privatbrunnen in Deutschland mit zu hohem Nitrat belastet
Dimitri EigenwilligJeder sechste Privatbrunnen in Deutschland mit zu hohem Nitrat belastet
Grundwasser in Deutschland stark mit Nitrat belastet – jeder sechste Privatbrunnen überschreitet Grenzwerte
Die Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland hat besorgniserregende Ausmaße erreicht: Bei jedem sechsten privaten Brunnen werden die zulässigen Höchstwerte überschritten. Angesichts dieser Entwicklung fordern Experten eine Kehrtwende in der Landwirtschaft, um die Wasserqualität langfristig zu schützen. Als vielversprechende Lösung gilt die Agroforstwirtschaft, die sowohl der Umwelt als auch der Landwirtschaft zugutekommt.
Die VSR-Gewässerschutz, eine 1980 gegründete Organisation, untersucht jährlich von April bis September Brunnenwasser auf Schadstoffe. Die aktuellen Ergebnisse sind alarmierend: In einem Brunnen im rheinland-pfälzischen Hehn wurde eine Nitratkonzentration von 162 Milligramm pro Liter gemessen – mehr als das Dreifache des gesetzlichen Grenzwerts von 50 mg/l. Die EU-Nitratrichtlinie verlangt dringende Maßnahmen, um solche Überschreitungen zu verhindern.
Die Agroforstwirtschaft, bei der Bäume gezielt in Ackerflächen integriert werden, könnte hier Abhilfe schaffen. Die Wurzeln der Bäume fördern Nitrat zurück an die Oberfläche und verhindern so, dass es ins Grundwasser sickert. Studien zeigen zudem, dass diese Methode die Ernteerträge nicht mindert.
Ein Bündnis aus Agrarwissenschaftlern und Beratern setzt sich nun für eine flächendeckende Einführung der Agroforstwirtschaft in Deutschland ein. Sie argumentieren, dass das System nicht nur den Klimaschutz stärkt, sondern auch die Biodiversität fördert und die Wasserqualität verbessert. Die VSR-Gewässerschutz unterstützt diese Forderung und ruft die Bundesregierung auf, Agroforstwirtschaft als Teil einer nachhaltigen Agrarpolitik zu fördern.
Angesichts der anhaltenden Nitratbelastung in Privatbrunnen kommt der Druck für eine Umstellung zunehmend. Wird das System eingeführt, könnte es die Verschmutzung verringern, ohne die Produktivität der Landwirtschaft zu beeinträchtigen. Nun liegt es an Behörden und Landwirten, diese Veränderungen umzusetzen – um das Grundwasser für kommende Generationen zu sichern.






