16 March 2026, 22:33

Jan Böhmermanns provokante Ausstellung verwandelt Satire in ein immersives Spektakel

Plakat für den Salon des Humoristes in Paris mit einem Frauengesicht, umgeben von einer Menge, mit Veranstaltungstext.

Jan Böhmermanns provokante Ausstellung verwandelt Satire in ein immersives Spektakel

Eine mutige neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) eröffnet

Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" verwandelt die Schau die satirische TV-Sendung von Jan Böhmermann in ein immersives, realweltliches Erlebnis. Besucher können umstrittene Exponate erkunden, interaktive Installationen ausprobieren und sogar einen lebensgroßen Nachbau von Bundeskanzler Friedrich Merz belauschen – alles unter strengen Regeln wie einem absoluten Handyverbot.

Die Ausstellung ist Böhmermanns dritte im HKW und läuft noch bis zum 19. Oktober. Kuratiert vom Komiker und seinem Kollektiv "Royal Group", greift sie Themen aus seiner Late-Night-Show "ZDF Magazin Royale" auf, die trotz möglicher Kürzungen der Sendezeit besonders bei jüngeren Zuschauern beliebt bleibt. Bei der Ankunft begrüßt Böhmermann – in lässiger Kleidung – die Gäste persönlich und führt sie durch die provokanten Installationen.

Eines der ersten Exponate ist eine riesige, halb im Außenbecken versunkene aufblasbare Freiheitsstatue – ein Symbol für den aktuellen Zustand der US-Demokratie, wie das Team erklärt. Im Inneren verschmelzen Satire und Surrealismus: Eine Butterbüste des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl steht neben "Trophäen" mutmaßlicher Schurken, darunter Donald Trumps Haarkur mit Eigenmarke, René Benkos Handtücher und Jan Marsaleks Boxsack aus dem Büro.

Die interaktiven Elemente gehen noch weiter. Eine Teleskop- und Spiegelkonstruktion auf dem Dach ermöglicht Besuchern, eine inszenierte Version von Kanzler Friedrich Merz bei der Arbeit zu beobachten. Gleichzeitig liegen tausende Aktenordner aus – verknüpft mit Strafanzeigen gegen Böhmermann oder inspiriert von seiner Show – zur öffentlichen Einsicht aus. Die strikte Handyverbotsregel stellt sicher, dass nichts fotografiert oder online geteilt wird.

Böhmermanns Ansatz verwischt die Grenzen zwischen Kunst, Aktivismus und Unterhaltung. Indem er seine TV-Satire in einen physischen Raum überführt, lädt er das Publikum ein, sich mit politischer Absurdität auf eine Weise auseinanderzusetzen, die zugleich verspielt und pointiert wirkt.

Die Ausstellung bleibt bis Mitte Oktober täglich geöffnet und bietet eine Mischung aus Humor, Kritik und Spektakel. Die Besucher nehmen eine klare Botschaft mit: In Böhmermanns Welt ist das Irrationale nicht nur möglich – es wird zur Schau gestellt. Dank der strengen Regeln und des immersiven Designs des HKW bleibt das Erlebnis bis zum letzten Tag unverdünnt.

Quelle