Hasspostings und Europawahl treiben politisch motivierte Kriminalität in Bielefeld auf Rekordniveau
Veronique HänelHasspostings und Europawahl treiben politisch motivierte Kriminalität in Bielefeld auf Rekordniveau
Polizeipräsidentin Dr. Sandra Müller-Steinhauer hat den Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) für das Polizeipräsidium Bielefeld vorgestellt. Das Dokument zeigt einen deutlichen Anstieg der Straftaten, der maßgeblich auf Aktivitäten in sozialen Medien und die Europawahl zurückzuführen ist.
2024 stieg die Zahl der PMK-Delikte in der Region um 32,2 % auf 1.163 Fälle. Ein erheblicher Teil dieses Anstiegs geht auf Vorfälle in sozialen Netzwerken zurück, die um 72,9 % auf 166 Straftaten zunahmen. Davon wurden 99 als Hasspostings eingestuft, wobei mehr als die Hälfte dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurde.
Die Verbreitung extremistischer Ideologien in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) erfolgt zunehmend über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen. Trotz des allgemeinen Anstiegs der Fallzahlen ging die Zahl der gewalttätigen PMK-Delikte 2024 um 62 % auf nur noch 22 Fälle zurück. Die Aufklärungsquote für alle PMK-Straftaten blieb mit 36,54 % stabil und entspricht damit dem Stand seit 2019.
Unter den erfassten Straftaten waren 56 antisemitischer Natur, wobei keine davon gewalttätig verlaufen ist. Der vollständige Bericht steht auf der Website der Bielefelder Polizei zur Verfügung.
Die Daten für 2024 verdeutlichen einen klaren Wandel in der Verbreitung extremistischer Aktivitäten: Digitale Plattformen spielen eine immer größere Rolle. Während nichtgewalttätige Straftaten stark zunahmen, ging die Zahl der Gewaltdelikte deutlich zurück – bei einer konstant bleibenden Aufklärungsquote der Polizei.
