Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See – ein Stück Comedy-Geschichte
Dimitri EigenwilligGünther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See – ein Stück Comedy-Geschichte
Vicco von Bülow – besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot – hinterließ ein humoristisches Erbe, das bis heute nachwirkt. Der Komiker, Autor und Regisseur schuf einige der beliebtesten Sketche und Filme Deutschlands, von denen viele angeblich an seinem Wohnhaus am Starnberger See entstanden. Nun hat Fernsehmoderator Günther Jauch das ikonische Anwesen erworben und fügt damit dem Ort ein neues Kapitel hinzu.
Loriots Werk umfasste mehrere Jahrzehnte – von frühen Büchern in den 1950er-Jahren bis zu Filmklassikern wie Ödipussi und Pappa ante Portas. Sein scharfer Witz und seine beobachtende Komik machten ihn zu einer Legende, oft an der Seite von Evelyn Hamann, seiner langjährigen Bühnenpartnerin.
Geboren als Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, leitete Loriot seinen Künstlernamen vom Pirol (Loriot auf Französisch) ab, der im Wappen seiner Adelsfamilie abgebildet war. Seine Karriere begann mit humorvollen Büchern wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich gefangen: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick, die in den 1950er-Jahren erschienen. Ab den 1970er-Jahren wandte er sich dem Fernsehen und Film zu und schuf Sketche und Produktionen, die zu kulturellen Meilensteinen wurden.
Entgegen der weitverbreiteten Annahme entstanden viele seiner Werke nicht am Starnberger See. Produktionen wie Ödipusstadt (1972), Die Nibelungen-Abfahrt (1972) und Herren im Bad (1978) wurden in München und Hamburg gedreht. Selbst Pappa ante Portas (1991) nutzte Drehorte in München und Berlin, während Ödipussi (1988) Szenen im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, Italien, zeigte. Sein Sketch Zimmerverwüstung (1976) demonstrierte sein Talent, alltägliche Missgeschicke in eskalierendes Chaos zu verwandeln – ein Markenzeichen seines Stils.
Loriots zwei bekannteste Filme, Ödipussi und Pappa ante Portas, spielten beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Letzterer erzählt die Geschichte von Heinrich Lohse, dessen Entlassung aus dem Axel-Springer-Haus eine Familienkrise auslöst. Diese Filme festigten seinen Ruf als Meister der Satire, die Absurdität mit menschlichen Schwächen verband.
Günther Jauchs Erwerb von Loriots Haus am Starnberger See deutet auf eine tiefe Wertschätzung für das Werk des Humoristen hin. Jauch, der sich bereits für den Erhalt kultureller Stätten einsetzt – etwa beim Marmorpalais in Potsdam –, könnte das Anwesen sowohl als persönlichen Rückzugsort als auch als Hommage an Loriots anhaltenden Einfluss sehen. Gerüchten zufolge zog es ihn nicht nur wegen der malerischen Lage, sondern auch wegen der Verbindung zu den Sketchen und Filmen an, die die deutsche Comedy prägten.
Der Verkauf von Loriots Haus markiert eine neue Phase für ein Anwesen, das mit einigen der beliebtesten deutschen Komödien verbunden ist. Zwar entstanden viele seiner Werke anderswo, doch das Haus am Starnberger See bleibt ein Symbol für sein schöpferisches Vermächtnis. Günther Jauchs Kauf stellt sicher, dass das Anwesen mit der Kulturgeschichte verknüpft bleibt – ganz wie die Sketche und Filme, die das Publikum noch Jahrzehnte später begeistern.