Gerresheimer-Aktie bricht auf Zehnjahrestief nach dritter Gewinnwarnung ein
Veronique HänelGerresheimer-Aktie bricht auf Zehnjahrestief nach dritter Gewinnwarnung ein
Gerresheimers Aktienkurs stürzt auf Zehnjahrestief
Am Donnerstag rutschte der Aktienkurs von Gerresheimer auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Der Einbruch folgte der dritten Gewinnwarnung des Unternehmens in diesem Jahr und vertiefte die Sorgen um seine finanzielle Gesundheit. Anleger sehen kaum Anzeichen einer Erholung, da das Unternehmen mit zahlreichen Herausforderungen kämpft.
Die Papiere des deutschen Verpackungsspezialisten brachen um mehr als 13 Prozent ein und schlossen bei 32,36 Euro. Damit erreichte der Kurs den tiefsten Stand seit 2012 und setzte einen steilen Abwärtstrend fort: Innerhalb der letzten zwölf Monate hat die Aktie über die Hälfte ihres Wertes verloren.
Die jüngste Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gerresheimer mit nachlassender Nachfrage in den Bereichen Pharmazie und Kosmetik zu kämpfen hat. Statt Wachstum verzeichnet das Unternehmen nun organische Verluste. Bereits früher in diesem Jahr hatte es seine Jahresziele zweimal nach unten korrigieren müssen, nachdem die Marktnachfrage überschätzt worden war.
Vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate zeigen zwar einen Umsatzanstieg auf 1,68 Milliarden Euro. Dieser geht jedoch auf die Übernahme von Bormioli Pharma zurück – ohne diesen Zuschuss ist das Kerngeschäft tatsächlich geschrumpft. Das Umstrukturierungsprogramm des Unternehmens steckt noch in den Kinderschuhen und bietet keine kurzfristige Entlastung.
Zusätzlich steht Gerresheimer unter externem Druck. Ein gescheiterter Übernahmeversuch sowie laufende Ermittlungen der deutschen Finanzaufsicht BaFin haben das Vertrauen der Märkte weiter erschüttert. Insgesamt lassen diese Probleme wenig Hoffnung auf eine schnelle Wende zu.
Die jüngste Gewinnwarnung und der Kursverfall unterstreichen die anhaltenden Schwierigkeiten des Unternehmens. Angesichts schwächerer Nachfrage, ausbleibender Kompensation der Verluste durch Übernahmen und anhaltender regulatorischer Prüfungen bleibt Gerresheimers Weg zur Stabilität ungewiss. Anleger warten nun auf deutlichere Fortschritte bei den Umstrukturierungsmaßnahmen.






