15 March 2026, 06:33

EU-Saatgutverordnung bedroht Vielfalt und Existenz kleiner Produzenten

Ein Plakat für Rohrer's Saatgut-Jahrbuch 1942 mit einer bunten Auswahl an Blumen, Pflanzen, Gras, einer Person, einem Haus, Bäumen und einem klaren blauen Himmel sowie Texten, die Informationen über die Saatgutarten enthalten.

EU-Saatgutverordnung bedroht Vielfalt und Existenz kleiner Produzenten

Ein geplanter EU-Saatgutverordnung hat bei Kleinproduzenten und Hobbygärtnern Besorgnis ausgelöst. Das neue Gesetz, das seit Februar 2026 in Verhandlung steht, droht strenge Zertifizierungsvorschriften und hohe Gebühren für Saatguthändler einzuführen. Kritiker warnen, dass seltene Pflanzensorten verschwinden könnten, falls die Maßnahmen umgesetzt werden.

Das Europäische Parlament setzt sich für Ausnahmen für Kleinproduzenten ein, doch der Rat der Agrarminister bevorzugt eine härtere Linie. Nach dem aktuellen Entwurf könnten viele traditionelle Saatgutlieferanten Schwierigkeiten haben, die kostspieligen Zertifizierungsanforderungen zu erfüllen. Ohne diese Nischenanbieter müssten Hobbygärtner möglicherweise auf standardisiertes Saatgut großer Industriekonzerne zurückgreifen.

In Düsseldorf fürchten kleine Saatgutproduzenten um ihre Existenz. Michael Bonke, Organisator des jährlichen Saatgutfestivals der Stadt, befürchtet, dass die Verordnung viele vom Markt verdrängen könnte. Unterdessen arbeiten Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss daran, die biologische Vielfalt zu schützen, indem sie der Öffentlichkeit kostenlos vielfältiges Saatgut zur Verfügung stellen. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss verzeichnet eine hohe Nachfrage nach diesen ungewöhnlichen Sorten.

Anne Mommertz, eine Selbstversorger-Gärtnerin, warnt, dass das Gesetz viele traditionelle Pflanzensorten auslöschen könnte. Wenn kleine Anbieter verschwinden, argumentiert sie, könnten seltene Sorten für immer verloren gehen.

Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird entscheiden, ob kleine Saatgutproduzenten weiterarbeiten können. Sollten die strengeren Regeln verabschiedet werden, könnten seltene Sorten schwerer zu finden sein und lokale Märkte schrumpfen. Bis dahin bleiben Saatgutbibliotheken und -feste entscheidend für den Erhalt der biologischen Vielfalt, während die Debatte weitergeht.

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