30 May 2026, 12:26

Ende Gelände legt Kraftwerke lahm: Tausende protestieren gegen fossile Gasprojekte im Ruhrgebiet

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Ende Gelände legt Kraftwerke lahm: Tausende protestieren gegen fossile Gasprojekte im Ruhrgebiet

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben am Freitag im Ruhrgebiet an mehreren Orten protestiert. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich an Blockaden und Demonstrationen gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur. Zu ihren Aktionen gehörten die Stilllegung eines Kraftwerks sowie Störungen in Industrieanlagen.

In Gelsenkirchen blockierten Demonstrant:innen das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gasanlage geplant ist. Einige Aktivist:innen montierten sogar Solarpaneele auf dem Gelände, um für erneuerbare Alternativen zu werben. Unterdessen bestätigte ein Gericht ein Polizeiverbot für eine separate Protestaktion am Kraftwerk Gersteinwerk und verhinderte so weitere Kundgebungen dort.

Rund 200 weitere Aktivist:innen von Ende Gelände unterbrachen den Betrieb der Friedrich-Wilhelms-Hütte, einer Gießerei in Mülheim an der Ruhr. Sie zielten auf den Schichtwechsel ab und verursachten Verzögerungen. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über eine Milliardenspritze für den Rüstungskonzern KNDS, zu dem das Werk gehört.

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In Hamm zogen Aktivist:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem „Energiekonzerne enteignen!“ stand. Andere besetzten in Mülheim an der Ruhr die Werksgleise des Rohrherstellers Europipe und legten die Produktion vorübergehend lahm.

Die Proteste sind Teil einer Reihe von Aktionen gegen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Für Samstag wird mit Tausenden Teilnehmer:innen bei einer Großdemonstration unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ gerechnet. Die Ereignisse zeigen den wachsenden Widerstand gegen den Gasausbau im industriellen Herz Deutschlands.

Quelle