BP beschleunigt Umstrukturierung – Ölpreise steigen auf Rekordniveau
Dimitri EigenwilligBP beschleunigt Umstrukturierung – Ölpreise steigen auf Rekordniveau
BP treibt Umstrukturierung voran – Ölpreise steigen, Marktdruck wächst
BP beschleunigt seine weitreichende Umstrukturierung, während die Ölpreise stark anziehen und der Marktdruck zunimmt. Das Unternehmen hat bereits mehr als die Hälfte seines geplanten Desinvestitionsziels von 20 Milliarden US-Dollar bis 2027 erreicht. Gleichzeitig belasten steigende Rohölpreise und Lieferkettenengpässe die gesamte Energiewirtschaft.
Anfang 2025 hatte BP ein umfassendes Restrukturierungsprogramm gestartet, um Kosten zu senken und die Abläufe effizienter zu gestalten. Seither ist der Börsenwert des Konzerns um etwa 18 Prozent gesunken – von rund 85 Milliarden Pfund auf 70 Milliarden Pfund (Stand März 2026). Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: niedrigere Ölpreise, verschärfter Wettbewerb im Bereich erneuerbare Energien, strengere europäische Vorschriften für fossile Brennstoffe sowie Bedenken der Anleger wegen verzögerter Gewinnziele.
Nun hat BP sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben. Damit will das Unternehmen seine Finanzen stabilisieren und in den kommenden Jahren für stetige Cashflows sorgen. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Verkauf von Vermögenswerten: So hat BP die Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group veräußert. Die Transaktion betrifft eine Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen und umfasst den Transfer von etwa 1.800 Mitarbeitern. Zudem könnten dadurch bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten aus der Bilanz verschwinden. Nach der Ankündigung des Deals stuft die HSBC die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöht gleichzeitig das Kursziel.
Unterdessen gibt es an BP-Standorten Arbeitskonflikte: In der Whiting-Raffinerie im US-Bundesstaat Indiana wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgeschlossen. Die Unternehmensführung betont jedoch, die Produktion bleibe weitgehend unbeeinträchtigt. Auch der globale Ölmarkt steht unter Spannung: Die Preise für Brent-Rohöl kletterten auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Auslöser sind schwere Blockaden in der Straße von Hormus, durch die fast 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte zum Erliegen kamen. Um die Lieferketten zu entlasten, hat die US-Regierung den Jones Act für 60 Tage ausgesetzt – damit dürfen nun auch ausländische Schiffe Waren zwischen amerikanischen Häfen transportieren.
BPs beschleunigte Umstrukturierung fällt in eine turbulente Phase für die Energiewirtschaft. Angesichts hoher Ölpreise und gestörter Versorgungsrouten setzt das Unternehmen auf Vermögensverkäufe und drastische Kostensenkungen, um seine finanzielle Lage zu festigen. Ob diese Maßnahmen greifen, hängt von der weiteren Marktentwicklung und der Anpassungsfähigkeit des Konzerns an die sich wandelnden Branchenherausforderungen ab.






