14 March 2026, 14:31

Berlins Buchstabenmuseum schließt – was wird aus den 3.500 Neon-Schätzen?

Eine alte Postkarte mit verschiedenen Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, sowie einigen handgeschriebenen Text.

Berlins Buchstabenmuseum schließt – was wird aus den 3.500 Neon-Schätzen?

Das Berliner Buchstabenmuseum schließt am Montag nach Jahren finanzieller Kämpfe seine Türen

Die Besucherzahlen sind seit der Pandemie um die Hälfte zurückgegangen, während steigende Energie- und Betriebskosten die Lage unhaltbar gemacht haben. Die Zukunft der rund 3.500 Neonbuchstaben und -schilder des Museums ist nun ungewiss.

Gegründet und geleitet von Barbara Dechant hat das Museum ein einzigartiges Stück Designgeschichte bewahrt. Die Sammlung umfasst Neonreklamen aus Berlin, anderen deutschen Regionen, Österreich und der Schweiz – viele davon im typischen Stil der DDR-Ära. Ein besonderes Highlight ist der "Dekorative Fisch", ein Neonfisch aus den frühen 1980er-Jahren. Ursprünglich erleuchtete er jahrzehntelang ein Hochhaus am Frankfurter Tor in Friedrichshain, bevor er abgebaut und im Museum eingelagert wurde.

Das Überleben des Museums hing von Dechants Engagement und einem kleinen Verein mit 120 Mitgliedern ab. Trotz ihres Einsatzes zwingen Finanzierungslücken nun zur Schließung. Das Gebäude bleibt zwar bis Jahresende geöffnet, doch ein neuer Standort steht noch nicht fest. Dechant sucht derzeit nach Lagerlösungen und einer Partnerinstitution, um die Sammlung zugänglich zu halten.

Ohne festen Standort bleibt die Zukunft dieser Neonrelikte – darunter auch der ikonische Fisch – ungewiss. Das Museumsteam hofft, dass sich eine andere Einrichtung findet, die die Buchstaben bewahrt und ausstellt, bevor es zu spät ist.

Die Schließung hinterlässt eine Lücke in Berlins Kulturlandschaft. Die 3.500 Neonstücke – von DDR-Designs bis zu modernen Werbeschriften – drohen ohne neuen Träger verloren zu gehen. Bis dahin geht die Suche nach Lagerraum und einer nachhaltigen Lösung weiter.

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