31 May 2026, 00:23

Bergische Uni baut renommierten Architekturstudiengang schrittweise ab – trotz hoher Nachfrage

Architekturstudium am Abgrund?

Bergische Uni baut renommierten Architekturstudiengang schrittweise ab – trotz hoher Nachfrage

Die Bergische Universität plant, ihr renommiertes Architekturstudium im Laufe des nächsten Jahrzehnts schrittweise abzubauen. Die Entscheidung fällt in eine Phase erheblicher Haushaltskürzungen: Ab 2026 muss die Hochschule mit jährlichen Einsparungen von voraussichtlich 5,7 Millionen Euro rechnen. Dozenten und Branchenvertreter zeigen sich besorgt und bezeichnen den Schritt als schweren Rückschlag für das Fachgebiet.

Das Architekturstudium zählt derzeit rund 500 Studierende und ist eines von nur elf solchen Studiengängen in Deutschland. International hat es sich einen Namen gemacht, zuletzt durch die Teilnahme am Solar Decathlon 2021/22. Auch im CHE-Hochschulranking schneidet das Programm in Sachen Studienqualität hervorragend ab, insbesondere in den Bereichen Recycling und Sanierungskultur.

Die Universitätsleitung hat die Fakultät aufgefordert, ein neues, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Konzept für den Studiengang zu entwickeln. Statt pauschaler Kürzungen setzt die Hochschule auf strategische Kriterien – dennoch sieht ein Vorschlag vor, das Programm innerhalb von etwa zehn Jahren schrittweise auslaufen zu lassen.

Die geplante Schließung stößt in der Branche auf Kritik. Ernst Uhing, Präsident der örtlichen Industrie- und Handelskammer, nannte den Schritt einen „dramatischen Verlust“ für den Sektor. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Architekten ungebrochen: Allein in Nordrhein-Westfalen wurden seit dem 1. September 2023 über 125 offene Stellen gemeldet.

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Die Entscheidung der Universität ist vor allem finanziell motiviert, doch der Ruf und die Relevanz des Studiengangs für die Praxis bleiben unbestritten. Ein schrittweiser Abbau würde eine wichtige Säule der nachhaltigen Architekturausbildung wegbrechen. Nun steht die Fakultät vor der Herausforderung, ihr Profil an die neue strategische Ausrichtung der Hochschule anzupassen.

Quelle