Alkoholfreier Wein erlebt Rekordwachstum – warum immer mehr Deutsche umsteigen
Hiltrud BolnbachImmer mehr Winzer konzentrieren sich auf alkoholfreie Weine - Alkoholfreier Wein erlebt Rekordwachstum – warum immer mehr Deutsche umsteigen
Alkoholfreier Wein boomt in Deutschland – mit 25 Prozent Umsatzplus im vergangenen Jahr
Nie zuvor haben so viele Haushalte in Deutschland zu alkoholfreiem Wein gegriffen: 2023 waren es 44 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Trend steht im Mittelpunkt der diesjährigen ProWein in Düsseldorf, wo Zehntausende Besucher die neuesten Produkte entdecken werden.
Das Deutsche Weininstitut (DWI) führt den Aufschwung auf verbesserte Qualität und ein größeres Angebot zurück. Mittlerweile stellt jedes dritte deutsche Weingut alkoholfreien Wein her – ein Anstieg um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Getränke enthalten höchstens 0,5 Prozent Alkohol, deutlich weniger als die 10 bis 13 Prozent bei herkömmlichem Wein.
Der Wandel vollzieht sich in einem Land, in dem jährlich rund 1,5 Milliarden Liter Wein getrunken werden, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von 21,5 Litern bei Erwachsenen entspricht. Zwar machen alkoholfreie Varianten bisher nur zwei Prozent des Marktumsatzes aus, doch ihr Anteil wächst stetig. Internationale Großproduzenten wie das spanische Weingut Torres oder die US-Marke Barefoot haben kürzlich alkoholfreie Linien in Deutschland eingeführt oder ausgebaut.
Die ProWein, die über drei Tage stattfindet, wird diese leichteren Alternativen besonders hervorheben. Die Ausrichtung der Messe spiegelt einen größeren Trend zu alkoholarmen Getränken wider. Die deutsche Weinbranche – mit 100.000 Hektar Rebfläche, vor allem in Rheinland-Pfalz – passt sich dieser Entwicklung an.
Alkoholfreier Wein hat zwar noch einen kleinen, aber wachsenden Anteil am deutschen Weinmarkt. Da immer mehr Weingüter ihn anbieten und internationale Marken in den Sektor drängen, wird sich der Trend voraussichtlich fortsetzen. Dass die ProWein diese Produkte in den Fokus rückt, unterstreicht ihre zunehmende Bedeutung für die Branche.