07 May 2026, 00:30

10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Plakat mit einem Insulinfläschchen auf der rechten Seite und dem Text "Wir haben Insulin für Senioren auf 35 Dollar pro Monat gedeckelt. Es ist an der Zeit, das für alle zu tun."

10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Ein neuer Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest sorgt in Solingen für Aufsehen. Zum ersten Mal seit fast 50 Jahren müssen Besucher für das einst kostenlose Gemeinschaftsfest zahlen. Kritiker bemängeln, dass die Gebühr ältere Mitbürger mit knappen Budgets ausschließen könnte.

Der Solinger Seniorenbeirat lehnt die Einführung des Entgelts entschieden ab und warnt vor einer finanziellen Hürde für viele Senioren. Ein einziger kostenfreier Familientag am Sonntag helfe älteren Menschen, die allein leben, kaum weiter – für sie seien solche Veranstaltungen oft die einzige Möglichkeit für sozialen Austausch. Der Beirat betont, dass die Gebühr den Charakter des Festes als inklusiven Begegnungsort untergräbt.

Die Veranstalter rechtfertigen die Maßnahme mit steigenden Sicherheitskosten. Doch die Arbeitsgemeinschaft gegen Altersarmut hält dagegen: 10 Euro seien für Rentner mit kleinen Bezügen eine erhebliche Summe. Angesichts wachsender Altersarmut in Solingen betont die Gruppe, wie wichtig Feste als Mittel gegen Einsamkeit im Alter seien.

Die Diskussion geht mittlerweile über das Marktfest hinaus und wirft grundsätzliche Fragen zum Zugang zum öffentlichen Leben auf. Der Seniorenbeirat fordert nun Alternativen wie gestaffelte Preise oder Ermäßigungen für Ältere, um die Erschwinglichkeit zu sichern. Ohne Anpassungen, so die Befürchtung, könnten viele langjährige Besucher künftig nicht mehr teilnehmen.

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Der Streit zeigt das Spannungsfeld zwischen der Finanzierung öffentlicher Veranstaltungen und deren Zugänglichkeit. Bleibt alles beim Alten, könnte die Gebühr langfristig das Publikum des Festes verändern. Der Seniorenbeirat drängt unterdessen weiter auf Lösungen, die Kosten und soziale Teilhabe in Einklang bringen.

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